Volkskrankheit Osteoporose

Osteoporoseknochen
Darstellung Osteoporose Knochen
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Ein persönlicher Vorsorgeplan und die richtige medizinische

Behandlung helfen Betroffenen

Ältere Menschen leiden häufig unter Osteoporose. Dem schleichenden Abbau des Knochengewebes lässt sich durch eine aktive Lebensweise und medikamentöse Behandlung auch im Alter noch begegnen. Kommt es aber zu einem schweren Sturz mit Knochenbruch, bieten spezialisierte Krankenhäuser eine optimale medizinische Versorgung. „AltersTraumaZentren sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingestellt. Die Zusammenarbeit von Experten verschiedener Fachdisziplinen verbessert die Heilungschancen und die Überlebensrate gerade bei den häufig auftretenden Oberschenkelhalsbrüchen erheblich“, sagt Prof. Dr. Michael J. Raschke, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster, anlässlich des Weltosteoporosetags. Die DGOU empfiehlt zum Schutz vor Knochenbrüchen einen persönlichen Vorsorgeplan für Osteoporose. 

Mehr als 7 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Osteoporose, ca. 700.000 Betroffene erleiden einen Knochenbruch. Es handelt sich um eine der häufigsten Krankheiten, die aufgrund der demografischen Entwicklung weiter zunehmen wird. Dabei wird das Verhältnis von Knochenaufbau und -abbau gestört. Ab dem 30. Lebensjahr vermindert sich beim Menschen die Knochenmasse. Sinkt die Knochenmasse unter ein gewisses Niveau, können Knochen schon bei leichten Erschütterungen brechen. „Osteoporose ist eine weitverbreitete Volkskrankheit, ähnlich wie Diabetes. Um dem allmählichen Knochenabbau entgegenzuwirken, sind unabhängig vom Alter viel Bewegung und eine gesunde Ernährung wichtig“, sagt Prof. Dr. Dieter C. Wirtz, DGOU-Präsident und Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn.

Anlässlich des Weltosteoporosetags am 20.10. empfehlen Orthopäden und Unfallchirurgen einen persönlichen Vorsorgeplan für Osteoporose:

  1. Aktivität und Bewegung: Bewegung stärkt den Muskelapparat und schützt vor Knochenbrüchen. Sie fördert zudem den Knochenstoffwechsel und hilft, das für die Knochenbildung wichtige Kalzium in den Knochen abzulagern. Bewegung an der frischen Luft und vor allem bei Sonnenschein hilft, Vitamin D aufzubauen und damit die Knochenfestigkeit zu erhöhen.
  2. Gesunde Ernährung: Einem Kalziummangel lässt sich durch geeignete Ernährung begegnen. Gerade Milchprodukte sind günstig, aber auch Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse sind besonders kalziumhaltig.
  3. Frühzeitiges Erkennen und Diagnose: Generell sollte bei Frauen ab 70 Jahren und bei Männern ab 80 Jahren eine Knochendichteuntersuchung erfolgen. Bei Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes, Herzinsuffizienz empfiehlt sich eine Untersuchung schon ab 60 Jahren.
  4. Haushaltscheck: Das eigene Zuhause sollte mit zunehmendem Alter auf gefährliche Stolperfallen wie Kabel, Teppichkanten oder Türschwellen gecheckt werden. Auch handwerkliche Aktivitäten oder einfache Haushaltstätigkeiten führen regelmäßig zu Knochenbrüchen. Hier sollten ältere Menschen auf Hilfe zurückgreifen, wenn sie sich nicht mehr sicher fühlen. 

Wird eine Osteoporose festgestellt, sollten spezifische Osteoporosemedikamente, die den Knochen wieder aufbauen, in Kombination mit Vitamin D verabreicht werden. „Man kann Osteoporose heute sehr gut behandeln und die Knochendichte wieder erhöhen. Dadurch können Brüche wirkungsvoll vermieden werden. Spätestens nach dem ersten Bruch sollte mit einer Behandlung begonnen werden, um weitere schwerwiegende Brüche, wie zum Beispiel an der Hüfte, zu vermeiden“, sagt Prof. Dr. Ulrich Christoph Liener, stellvertretender Leiter der Sektion Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Marienhospital Stuttgart.

Bei einem bei älteren Menschen häufig vorkommenden Oberschenkelhalsbruch kommt es darauf an, dass die Behandlung gemeinsam von Unfallchirurgen, Altersmedizinern (Geriatern), Physiotherapeuten sowie Sozial- und Pflegediensten durchgeführt wird. Ein ganzheitlicher therapeutischer Ansatz nach einem Unfall ist wesentlich für den Behandlungserfolg. Denn bei der Behandlung und der Rehabilitation treten gerade im Alter gesundheitliche Besonderheiten auf, die durch spezialisierte Altersmedizinerinnen und Altersmediziner hinsichtlich Therapie fachkundig eingeschätzt werden können. Es geht dann darum, rasch zu operieren, schnell zu mobilisieren, gefährliche Medikamentenkombinationen und ein Delir zu vermeiden.(PM/DGOU)