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Gewichtsreduzierung durch Operation

PM/HK. Rund 600.000 Hessinnen und Hessen suchten im Jahr 2016 einen niedergelassenen Arzt auf, um sich wegen Adipositas ambulant behandeln zu lassen. Während die Zahl der Übergewichtigen seit Jahren auf hohem Niveau konstant bleibt, steigt dagegen die Zahl der extrem Schwergewichtigen. „Immer mehr Betroffene entscheiden sich letztendlich für einen klinischen Eingriff zur Gewichtsreduktion, der sogenannten bariatrischen Operation. So hat sich die Anzahl der Krankenhausfälle zwischen 2016 und 2017 mit der Hauptdiagnose Adipositas in Hessen um 24 Prozent erhöht“, sagt Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER Hessen und verweist auf eine aktuelle Auswertung seiner Kasse.

Operationen möglichst nur in zertifizierten Zentren

Bei einer bariatrischen Operation handelt es sich um einen schweren und irreversiblen Eingriff. Ist eine Operation unvermeidbar, sollte sie möglichst nur in Krankenhäusern durchgeführt werden, die von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) zertifiziert sind. „Für die Patientinnen und Patienten bedeutet es mehr Sicherheit, da die Operateure nach den Vorgaben eines normierten Zertifizierungssystems der Fachgesellschaft besonders qualifiziert und die Kliniken für bariatrische Eingriffe entsprechend gut ausgerüstet sind“, betont Sudhoff. In den hessischen Kliniken gebe es nach wie vor massive Qualitätsunterschiede. Sudhoff fordert von daher eine Qualitätsoffensive, bei der die Themen Zertifizierung und Mindestmengen zentrale Bausteine bilden. Derzeit bieten von den rund 130 Krankenhäusern in Hessen über 50 Einrichtungen bariatrische Operationen an, doch nur sieben von ihnen sind DGAV-zertifiziert. Bei den Operationsarten spielt das Magenband nur noch eine geringe Rolle (neun Prozent). Über 90 Prozent aller durchgeführten bariatrischen Eingriffe sind entweder Bypass- oder Schlauchmagen-Operationen

Vernetzte Nachsorgekonzepte für mehr Patientensicherheit

Bei extremen Übergewicht ist es mit einer bariatrischen Operation bei weitem nicht getan. „Nach einem Eingriff muss immer eine engmaschige und interdisziplinäre Nachsorge der Patientinnen und Patienten in wohnortnähe erfolgen“, so Norbert Sudhoff. Eine stärkere Vernetzung der medizinischen Versorgungssysteme, wie sie auch im hessischen Koalitionsvertrag vereinbart wurde, sei in diesem sensiblen Bereich unumgänglich.



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