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Dauerschreien bei Babys

Foto: gleam-fotolia.de

Kinder schreien nicht grundlos

Ursachen für das nicht enden wollende Dauerschreien
Rund zehn Prozent aller Babys sind Schreikinder. Die Eltern bringt das schier
pausenlose Schreien oft an die Grenzen ihrer Kräfte – psychisch und physisch.
Warum die Kinder bis zur Erschöpfung schreien, darüber streiten sich die Experten.
Die Erklärungen der Schulmedizin helfen nicht immer weiter. Fest steht:
Osteopathen haben mit ihren Techniken überzeugende Erfolge – für eine
schnelle Hilfe ohne Nebenwirkungen.

Schreien ist für ein Baby lebensnotwendig. Es ist schließlich die einzige Möglichkeit,
seiner Umwelt zu signalisieren, dass es etwas braucht. Hunger, Müdigkeit,
Schmerzen oder Alleinsein sind die häufigsten Ursachen für das normale
Schreien. Das Schreien hört auf, wenn die Mutter durch Intuition, Erfahrung
oder Durchprobieren die Ursache herausgefunden und behoben hat.
Anders bei so genannten Schreikindern. Sie schreien vor allem in den Abendstunden
hemmungslos und hysterisch, scheinbar grundlos und sind nicht zu
beruhigen. Nach Schätzung von Fachleuten schreit jedes siebte bis zehnte Baby
übermäßig viel. Ob ein Kind zuviel schreit, wird nach der Dreier-Regel von
Wessel definiert: Schreit ein Kind mehr als drei Stunden am Tag, an drei Tagen
in der Woche, über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen, ist es ein
Schreikind.

Allerdings schreit das Baby nicht in jedem Alter gleich lang. Bis zur sechsten
Lebenswoche steigert sich das Schreien, ab dem vierten Monat nimmt es wieder
ab, bis zum sechsten Monat ist das Phänomen meist nicht mehr zu beobachten.
Am schlimmsten ist es zwischen der dritten Woche und dem vierten
Monat. Dass diese Stresssituation nicht lange dauert und bald vorbei geht, ist
für die Eltern nur ein schwacher Trost. Schließlich bringt sie das schier endlose
Schreien an ihre psychischen und physischen Grenzen. Und das kann Folgen
haben, sowohl für die Entwicklung einer gesunden Eltern-Kind-Beziehung als
auch für die Gesundheit des Kindes. Das gefährliche Schütteln des schreienden
Kindes ist häufig die Folge der totalen Erschöpfung der Mutter.

In der Schulmedizin wird das Schreien häufig als Dreimonatskolik bezeichnet,
weil die Symptome und das Verhalten der Kinder - harter Bauch, Anziehen der
Beine - an Bauchschmerzen erinnert. In Wirklichkeit haben diese zumeist nichts
mit der Darmtätigkeit zu tun. Wohl nur etwa 10 bis 15 Prozent der Schreikinder
haben Koliken. Der Bauch ist so hart, weil beim Schreien die Bauchmuskeln
angespannt werden, die angezogenen Beine gehören zu den üblichen Bewegungen
der Kinder auch beim normalen, nicht krankhaften Schreien.

Die Behandlung als Dreimonatskolik hat daher auch meist wenig Erfolg. Anders
die Behandlung beim Osteopathen. Aus osteopathischer Sicht sind die Ursachen
für das Schreien oft Spannungen oder Kompressionen am Schädel, aber
auch an der Wirbelsäule und dem Becken, die während der Schwangerschaft,
vor allem jedoch bei der Geburt entstanden sind.

Gerade bei schwierigen Geburten, ungeplanten Kaiserschnitten, Geburten mit
Saugglocken oder Zangen werden die Knochen des Schädels stark bzw. asymmetrisch
zusammen geschoben. Mögliche Folgen: die Nervenbahnen sind
gestaucht oder verengt und in ihrer Funktion beeinträchtigt bzw. die Hirnhaut ist
ständig angespannt. Diese Spannungen können zu Unruhe, Unwohlsein oder
gar Schmerzen führen, die der Grund für das Schreien sind.

Doch selbst nach einer ganz normalen Geburt kann ein Baby sich zu einem
Schreikind entwickeln. Eine fortwährende einseitige Lagehaltung kann auf den
jungen, formbaren Körper einwirken und zu Spannungen oder Kompressionen
führen, auf die das Kind dann mit ständigem Schreien reagiert
(z.B. bei Frühgeburten-Brutkasten).

Ein Osteopath spürt diese Spannungen oder Kompressionen auf und behebt
sie – ohne Schmerzen und ohne Nebenwirkungen mit fast sofortiger Wirkung.
Die Untersuchung und Behandlung erfolgt dabei in der für das Kind bequemsten
Lage, nicht selten sogar in den Armen der Mutter. Der sanfte und feinfühlige
Einsatz der Hände wird vom Kind meist als sehr angenehm empfunden: Manch
junger Patient schläft während der osteopathischen Behandlung ein. Oft sieht
man schon nach ein bis drei Sitzungen eine deutliche Verbesserung: die Babys
schreien deutlich weniger. Eine Wohltat für die Kinder und die Eltern.

Osteopathen verstehen sich dabei nicht als Alternative zum Kinderarzt, sondern
arbeiten mit Pädiatern und Hebammen zum Wohle der kleinen Patienten zusammen.
Zudem hat die Osteopathie ihre Grenzen: beim übermäßigen Schreien,
wenn dies etwa an der Mutter-Kind-Beziehung liegt. Dann können der
Stress der Mutter, Überforderung, das Nicht-Erkennen bzw. das NichtReagieren-Können
auf die Bedürfnisse des Kindes und andere psycho-soziale
Faktoren das ständige Schreien des Kindes auslösen. Hier ist eine psychotherapeutische
Behandlung angeraten, die ein Osteopath nicht leisten kann. Allerdings
kann er durch die Behandlung der körperlichen Störungen des Kindes
begleitend dazu beitragen, die seelischen Belastungen zu lösen – beim Kind
und der Mutter.



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