Damit der Zugang zur Behandlung leichter wird

Digitale psychiatrische Sprechstunde für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Portrait Dr. Christian Utler
„Mit unserer psychiatrischen Online-Sprechstunde ermöglichen wir eine umfassende Versorgung für alle Menschen mit schweren und chronischen psychiatrischen Erkrankungen“, erklärt Dr. med. Christian Utler, Arzt, Psychotherapeut und Geschäftsführer von Valeara. Foto: djd/Valeara/Franklin Berger

(djd). Einer Umfrage zufolge verzichten immer mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen auf eine professionelle Behandlung und setzen stattdessen auf Selbsthilfe. Häufig spielen Schamgefühle eine Rolle, hinzu kommt der Mangel an Therapieplätzen. Eine Lösung könnten digitale Sprechstunden sein, die den Zugang zu psychotherapeutischer Unterstützung erleichtern und Hemmschwellen abbauen. Die Valeara-Gruppe, die an zwölf Standorten psychiatrische Institutsambulanzen, Tages- und Fachkliniken sowie Medizinische Versorgungszentren betreibt, hat ihr Angebot um eine psychiatrische Online-Sprechstunde erweitert. Sie richtet sich an Menschen mit schweren und chronischen psychischen Erkrankungen und steht allen Versicherten offen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen, mehr Infos: www.valeara.de.

Diese Vitamine stärken das Immunsystem

Frau vor Obstkorb
txn. In den heimischen Obst- und Gemüsesorten stecken viele der Vitamine, die das Immunsystem braucht, um gut funktionieren zu können. Foto: yanadjana/123rf/Barmenia

txn(hk). Eine bewusste, vitaminreiche Ernährung ist die Grundvoraussetzung, um sich fit zu fühlen und gesund zu bleiben. Doch welche Vitamine sind besonders wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem? Die Details kennt Dr. Thomas Wöhler, Gesellschaftsarzt bei den Barmenia Versicherungen: „Für ein stabiles Immunsystem und starke Abwehrkräfte ist unter anderem Vitamin D wichtig, dass der Körper selbst unter dem Einfluss von Sonnenstrahlung produzieren kann.“

Fehlt die Kraft der Sonne, beispielsweise im Winter, kann Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden, zum Teil auch über frischen Fisch, Speisepilze und Margarine mit Vitamin-D-Zusatz. Ebenfalls wichtig ist Vitamin C, das die Immunabwehr unterstützt und eine Rolle bei der Entgiftung des Körpers spielt. Es ist in vielen heimischen Obst- und Gemüsesorten vorhanden, beispielsweise in Spinat, Grün- und Rosenkohl. Was viele nicht wissen: Rote Paprika ist ein echter Vitamin-C-Booster. Sie enthält mit 140 Milligramm auf 100 Gramm deutlich mehr Vitamin C als eine Orange mit 48 Milligramm. Vitamin E schützt den Organismus, weil es unter anderem für die Bildung von Antikörpern benötigt wird, die als Abwehrzellen gegen Krankheitserreger im Körper vorgehen. Gute Vitamin-E-Quellen sind hochwertige Pflanzenöle und Nüsse. Damit sich unsere Schleimhäute als äußere Barrieren des Immunsystems gut entwickeln können, ist Vitamin A entscheidend. Es wird entweder mit tierischer Kost aufgenommen oder im Körper aus Beta-Carotin gebildet, das beispielsweise in Möhren, Spinat und Rote Bete enthalten ist.

Wichtig zu wissen: Um das Immunsystem mit Vitaminen zu versorgen, reicht eine gesunde und bewusst abwechslungsreiche Ernährung in der Regel aus. Wer darauf achtet, regelmäßig Gemüse, Salate und Obst zu essen, hat schon viel für die eigene Gesundheit getan.

Weitere Infos zur richtigen Ernährung gibt es unter www.barmenia.de.

Tipps gegen Dauerbelastung im Job

Frau vor Laptop
txn. Ständige Erreichbarkeit und steigender Druck im Job führen oft zu Dauerstress. Wer bewusst Pausen einplant und klare Grenzen setzt, schützt sich langfristig.

txn. Der Blick auf die Uhr zeigt längst Feierabend, doch der Berg unerledigter Aufgaben wächst stetig weiter. Immer mehr Beschäftigte übernehmen zusätzliche Tätigkeiten – ohne dafür mehr Zeit zu erhalten. Lehrkräfte pflegen neben dem Unterricht die Schulhomepage, Pflegekräfte betreuen die Social-Media-Kanäle zur Nachwuchsgewinnung. Trotz gleichbleibender Wochenstunden steigt das Pensum, und durch die ständige Erreichbarkeit via digitale Medien verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zunehmend.

Die Pause wird durchgearbeitet, der Feierabend überzogen, die Gedanken kreisen unaufhörlich um den Job – Erholung bleibt aus. Wird der Stress zum Dauerbrenner, kommt es zu starken körperlichen und mentalen Auswirkungen. Konzentrationsstörungen, Schlafmangel und Gereiztheit beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit, der Stresspegel steigt weiter. Je länger die Belastung andauert, desto höher das Burnout-Risiko.

Viele Arbeitnehmer unterschätzen diese Entwicklungen. Stress wird häufig als unvermeidbarer Teil des Alltags hingenommen – und Belastbarkeit sogar als Stärke gewertet. Doch Dauerstress muss nicht zur Gewohnheit werden. Petra Timm, Pressesprecherin von Randstad, betont: „Wer sich von digitaler Erreichbarkeit nicht unter Druck setzen lässt, gewinnt neben mehr Zeit auch an Resilienz. Ein erster Schritt ist es, feste Pausenzeiten einzuführen und diese konsequent einzuhalten.“

Ein bewusster Umgang mit der eigenen Zeit kann dabei helfen, den Arbeitstag strukturierter und stressärmer zu gestalten. Dazu gehört, realistische Tagesziele zu setzen und Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit zu priorisieren. Die sogenannte Eisenhower-Matrix kann hier als einfaches Hilfsmittel dienen. Auch Zeitfenster für konzentriertes Arbeiten ohne Störungen – etwa durch E-Mails oder Anrufe – erhöhen die Produktivität und schaffen Freiräume.

Regelmäßige Pausen sind essenziell, um neue Energie zu tanken. Bereits fünf Minuten frische Luft oder ein kurzer Spaziergang wirken oft Wunder. Wer am Bildschirm arbeitet, sollte zudem die 20-20-20-Regel beachten: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in 20 Meter Entfernung blicken – das entspannt die Augen. Ebenso wichtig ist es, Grenzen zu ziehen: Diensthandy und E-Mail-Zugang sollten nach Feierabend bewusst ausgeschaltet oder stummgeschaltet werden.

„Auch der Austausch im Team kann Stress reduzieren“, weiß Petra Timm aus langjähriger Erfahrung. „Wer Überlastung frühzeitig kommuniziert, eröffnet die Chance auf Unterstützung oder Umverteilung von Aufgaben.“ Klare Vertretungsregelungen und gegenseitige Rücksichtnahme fördern ein gesundes Arbeitsklima. Wenn möglich, kann auch die Einführung fester Ruhezeiten oder Meeting-freier Tage in der Woche helfen, strukturelle Entlastung zu schaffen.

Letztlich zählen auch kleine Rituale: Ein bewusstes Einläuten des Feierabends, zum Beispiel mit einem kurzen Spaziergang oder einer Tasse Tee, hilft dabei, mental abzuschalten. Wer täglich kleine Auszeiten schafft, stärkt langfristig die eigene Widerstandskraft und bleibt leistungsfähig – nicht trotz, sondern gerade wegen der Pause.

Neue Selbsthilfegruppe zum Thema „Chronische Schmerzen“ trifft sich in Friedberg

Adolfsturm Friedberg
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Wetteraukreis (pdw) Menschen mit chronischen Schmerzen haben in Friedberg eine neue Selbsthilfegruppe gegründet. Sie richtet sich an Betroffene, die sich regelmäßig austauschen und gegenseitig unterstützen möchten. Das erste Treffen findet am 2. Februar statt.

Initiiert wurde die Gruppe von Teilnehmenden einer Gruppentherapie, die den dort erlebten Austausch auch nach Abschluss der Therapie fortsetzen wollten. Ziel ist es, gemeinsam Erfahrungen zu teilen, Wissen zu vertiefen und Strategien für den Umgang mit chronischen Schmerzen im Alltag zu entwickeln.

In den Treffen geht es unter anderem um den Umgang mit Arztbesuchen, Anträgen und Behörden, Therapieangeboten, Medikation, Ernährung, Bewegung und Selbstfürsorge. Bei Bedarf können auch Fachleute eingeladen oder der Austausch mit anderen Schmerz-Selbsthilfegruppen organisiert werden. Ergänzend sind gemeinsame Aktivitäten wie Entspannungs- oder Bewegungsübungen möglich.

Die Selbsthilfegruppe versteht sich als geschützter Raum, in dem Betroffene voneinander lernen und sich gegenseitig stärken können, um ihre Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern. Die Gruppe trifft sich ab dem 2. Februar regelmäßig montags von 14 bis 16 Uhr in Friedberg. Der Treffpunkt wird nach Anmeldung mitgeteilt, E-Mail sabinehi3667@gmail.com.

Sicherer Stand im Bad

Mögliche Unfallgefahren beseitigen und Bodenbeläge rutschfest machen

2 Füße auf Fließen im Bad
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(djd). Feuchte Fliesen, Spritzwasser und Seifenreste machen das Bad zur gefährlichen Rutschfalle: Ein falscher Schritt nach dem Duschen, schon fehlt der Halt. Laut Aktion Das sichere Haus passieren jährlich rund 3,2 Millionen Unfälle in den eigenen vier Wänden. Fliesenböden, Flächen vor Dusche und Wanne und die Laufwege zwischen Waschbecken und WC im Bad stellen oft ein Risiko dar. Für Abhilfe sorgt eine nachträgliche Anti-Rutsch-Behandlung, zum Beispiel mit Supergrip: Nach der gründlichen Reinigung des Belags wird ein Konzentrat aufgetragen, das die Oberflächenstruktur dauerhaft griffiger macht, ohne dabei die Optik zu verändern. Die Behandlung wirkt in wenigen Minuten, bei der Neuverlegung des Bodens lassen sich neue Platten vorab behandeln. Unter www.supergrip.de gibt es mehr Details.

Frühlingsschnupfen, nein danke!

Diese Tipps schützen jetzt vor Erkältungsviren

Frau niest
Hatschi! Wenn die Natur erwacht, können Erkältungen und eine Pollenallergie die Nase doppelt belasten. Foto: djd/Hermes Arzneimittel/Image Source/David Ryle

djd). Gerade wenn man denkt, die Erkältungszeit sei vorbei, erwischt einen der Frühlingsschnupfen. Denn jetzt sind die häufigsten Auslöser, Rhinoviren, besonders aktiv. Mit etwas Vorbeugung lässt sich das große Schniefen aber oft vermeiden. Dazu gehört Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, um sich für Temperaturschwankungen zu rüsten. Da Erkältungsviren meist über die Nasenschleimhaut in den Körper gelangen, hilft viel trinken, um diese feucht zu halten. Als weitere Abwehrbarriere bietet sich algovir Erkältungsspray an, das einen Schutzfilm auf der Nasenschleimhaut bildet, der Erkältungsviren abfängt. So kann es eine Infektion verhindern, selbst wenn sich bereits erste Erkältungsanzeichen bemerkbar machen – mehr unter www.algovir.de. Auch Bewegung im Freien und Saunagänge fördern die Abwehr.

Power statt Erschöpfung

Neue Kraft tanken mit der richtigen Nährstoff-Balance im Körper


Familienzeit aktiv genießen – mit einer guten Ernährung und gezielter Mineralstoffversorgung gelingt es leichter.
Foto: djd/Basica/PantherMedia/nd3000

djd). Müde, unkonzentriert, antriebslos? Wenn dem Körper Energie fehlt und man sich mit Stresssymptomen und Rückenschmerzen plagt, steckt oft ein gestörter Säure-Basen-Haushalt dahinter. „Unsere typische Ernährung mit viel Fleisch, Brot und Milchprodukten fördert die Säurebildung“, so Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Vormann. Basenreiche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Keimlinge oder Nüsse können helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Auch basische Mineralstoffe wie Basica aus der Apotheke können gezielt unterstützen. Studienergebnisse der Charité zeigen: Nach vier Wochen steigt die Pufferkapazität des Körpers deutlich. Wichtig sind zudem Stressabbau, Bewegung, Schlaf und ausreichend Flüssigkeit. Unter www.basica.com finden sich weitere Tipps und basenbildende Rezepte.

Drei Mythen zu vitaminreicher Ernährung


Älteres Paar am mit Kochtopf in Küche
Eine ausgewogene Ernährung, die Gemüse, Obst sowie Lebensmittel tierischer Herkunft enthält, sollte den Körper mit allen lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Doch das ist nicht immer der Fall: Denn die Aufnahme von Nährstoffen kann durch Krankheiten, Veränderungen im Verdauungstrakt, bestimmte Medikamente oder Genussmittel gestört sein. Foto: djd/Wörwag Pharma/colourbox.de

Gesunder Speiseplan: Was es dabei zu beachten gilt

Wer sich gesund und vielseitig ernähren möchte, findet dazu widersprüchliche Angaben – es ist nicht leicht, den richtigen Speiseplan zusammenzustellen. Dafür gilt es, mit drei Mythen zu vitaminreicher Ernährung aufzuräumen.

Mythos 1: Fleischlos = gesund?


Wenn man seinen Fleischkonsum reduziert, tut man der Umwelt und seiner Gesundheit etwas Gutes: Eine pflanzenbetonte Kost kann das Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Hochverarbeitete Lebensmittel wie Weißbrot, Pizza und Süßspeisen sind allerdings keine gesunde Alternative. Und selbst bei denjenigen, die viel frisches Obst, Gemüse und Vollkorn zu sich nehmen, können Nährstoffe zu kurz kommen. Insbesondere die Vitamin-B12-Versorgung ist gefährdet, da das Vitamin nur in Lebensmitteln tierischer Herkunft enthalten ist. Bei veganer Ernährung kann sich daher leicht ein Vitamin-B12-Mangel entwickeln, wenn man nicht gegensteuert. Darauf weist auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hin.

Mythos 2: Wer sich ausgewogen ernährt, ist immer mit allen Nährstoffen versorgt


Nur mit Einschränkungen gilt eine ausgewogene Ernährung, die sowohl Obst und Gemüse als auch Lebensmittel tierischer Herkunft enthält, als ausreichend. Denn die Aufnahme von Nährstoffen kann durch Krankheiten, Veränderungen im Verdauungstrakt, bestimmte Medikamente oder Genussmittel gestört sein. Dann spricht man von Resorptionsstörungen. Diese treten insbesondere bei Vitamin B12 häufig auf, da die Aufnahme des Vitamins im Darm besonders komplex ist. Ein Mangel kann zu Blutbildungsstörungen und Nervenschäden führen, die sich beispielsweise durch Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung oder einen unsicheren Gang bemerkbar machen können. Daher gilt es, einen Mangel möglichst rasch auszugleichen. Dazu sind vor allem bei Resorptionsstörungen ausreichend hochdosierte Tabletten mit 1.000 Mikrogramm Vitamin B12 erforderlich. Entsprechende B12-Präparate wie B12 Ankermann sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, weitere Informationen gibt es unter www.b12ankermann.de.

Mythos 3: Im Alter sinkt der Vitaminbedarf

Tatsächlich sinkt der Energiebedarf, je älter man wird, während der Körper unverändert Vitamine und Mineralstoffe benötigt. Oftmals werden sogar mehr Vitamine gebraucht, weil sie im Darm schlechter aufgenommen werden. Wer gut versorgt sein möchte, ohne an Gewicht zuzulegen, sollte bevorzugt Nahrungsmittel mit einer hohen Nährstoffdichte und geringem Kaloriengehalt auswählen, etwa Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch und fettarme Milchprodukte. (djd).

Neues Verfahren zur Vorhofflimmer-Therapie setzt Maßstäbe im Klinikum Hanau

Gruppenbild des Behandlungsteams
Das Team der Klinik für Rhythmologie unter der Leitung von Dr. med. Guido Groschup zusammen mit Vertretenden der Firma Medtronic nach dem ersten erfolgreichen Einsatz der Pulsed-Field-Ablation im November

Hanau. Mit der Pulsed-Field-Ablation setzt das Team der Klinik für Rhythmologie auf ein innovatives und effizientes Verfahren mit geringerer Komplikationsrate und kürzerer Behandlungszeit

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung weltweit und betrifft inzwischen über 60 Millionen Menschen, allein in Deutschland etwa 1,6 Millionen. Dann können sich die Vorhöfe des Herzens nicht mehr richtig zusammenziehen und lösen unregelmäßige Herzaktionen aus. Meistens liegt der Auslöser der Rhythmusstörung im Bereich der Einmündung der Lungenvenen (Pulmonalvenen) in den linken Herzvorhof. Unerkannt, und vor allen Dingen unbehandelt, kann Vorhofflimmern das Risiko eines Schlaganfalls oder weiterer Herzbeschwerden deutlich steigern. Die Behandlungsmöglichkeiten müssen daher kontinuierlich verbessert werden, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Deshalb hat das Team der Klinik für Rhythmologie am Klinikum Hanau unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Guido Groschup, jetzt ein neues, hochmodernes Verfahren zur Behandlung von Vorhofflimmern (AF) in sein Repertoire aufgenommen: die Pulsed-Field-Ablation (PFA). Diese innovative Technologie setzt auf kurze, hochintensive elektrische Impulse, um Herzmuskelzellen möglichst selektiv zu behandeln, und markiert einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Vorhofflimmer-Patienten.

„Mit der Einführung der Pulsed-Field-Ablation erweitern wir unsere Möglichkeiten zur Behandlung von Vorhofflimmern durch eine völlig neue Energieform. Unsere Patientinnen und Patienten profitieren von einer noch sichereren und schnelleren Therapie bei vergleichbarer Effektivität“, so Dr. med. Guido Groschup, Chefarzt der Klinik für Rhythmologie im Klinikum Hanau. Bisher kamen vor allem Radiofrequenzablation und Kryoablation zum Einsatz, um die Herzzellen gezielt entweder durch Hitze oder Kälte zu veröden. Das neu eingeführte Verfahren geht einen völlig neuen Weg: Durch präzise elektrische Impulse wird die Zellmembran der Herzmuskelzellen durchlässig gemacht. Dieser Prozess führt zum Zelltod, ohne dass umliegendes Gewebe, wie die Speiseröhre oder Nerven, beeinträchtigt werden. „Wir setzen die Pulsed-Field-Ablation parallel zu unseren bisherigen Ablationsverfahren ein, um die klinische Entwicklung dieser Technologie aktiv zu begleiten und kontinuierlich zu evaluieren“, erklärt Groschup.

„Das Besondere an der PFA-Technologie ist die selektive Wirkung auf die Herzmuskelzellen, die das Verfahren deutlich sicherer macht. Dank dieser hohen Spezifität sind die Komplikationen, die bei herkömmlichen Methoden auftreten können, wie Verletzungen der Speiseröhre oder nervlicher Strukturen, deutlich seltener oder gar nicht vorhanden“, so Groschup weiter. Die Ergebnisse des Systems sprechen für sich: Aktuelle Studien belegen eine vergleichbare Wirksamkeit im Vergleich zu bestehenden Verfahren bei gleichzeitig besserem Sicherheitsprofil und deutlich kürzeren Untersuchungszeiten.

„Unsere Patientinnen und Patienten haben nun die Möglichkeit, eine innovative und besonders schonende Therapie zu erhalten, die ihre Lebensqualität verbessern kann. Das ist ein entscheidender Schritt in der Behandlung von Vorhofflimmern“, betont der Geschäftsführer des Klinikums, Volkmar Bölke. Durch die Einführung der Pulsed-Field-Ablation stellt das Klinikum Hanau nicht nur seine Expertise in der modernen Rhythmologie unter Beweis, sondern setzt auch Standards in der sicheren und effektiven Behandlung von Vorhofflimmern. In der internen Qualitätssicherung werden kontinuierlich die Ergebnisse und Komplikationsraten erfasst, um den Behandlungserfolg langfristig zu garantieren und die Therapie stetig zu optimieren.

Über die Klinik für Rhythmologie

Die spezielle Rhythmologie ist ein Teilbereich der Kardiologie und befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Neben der medikamentösen Therapie kann eine Herzrhythmusstörung mit einer elektrophysiologischen Untersuchung und einer damit einhergehenden interventionellen Verödungstherapie (Ablation) dauerhaft behandelt bzw. geheilt werden. Eine solche Therapie wird bei zahlreichen schnellen (tachykarden) Herzrhythmusstörungen angewandt – dabei werden die krankhaften und zu einer Herzrhythmusstörung führenden Bereiche verödet.

Die Klinik für Rhythmologie stellt eine ideale Ergänzung zur Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Nephrologie und internistische Intensivmedizin dar und arbeitet mit deren Team Hand in Hand. Die Klinik hält das gesamte Spektrum der interventionellen Elektrophysiologie vor und ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als Zentrum zur Behandlung von Vorhofflimmern zertifiziert. Neben der konventionellen Ablation, z.B. bei AV-Knoten-Reentrytachykardien, steht eine 3D-Mappingtechnologie der neuesten Generation zur Behandlung komplexer Rhythmusstörungen zur Verfügung. Dadurch können die Herzkammern originalgetreu abgebildet werden. Zudem können Informationen zur Erregungsausbreitung ebenso wie narbige Veränderungen graphisch dargestellt werden. Dies ermöglicht eine exakte Analyse und Behandlung der vorliegenden Rhythmusstörung unter Berücksichtigung der individuellen Veränderungen des Herzens. Neben der Behandlung von Vorhofflimmern bzw. Vorhofflattern in der linken Vorkammer können damit auch Kammerrhythmusstörungen, z.B. nach einem Herzinfarkt, behandelt werden. 

Vorsicht bei Minusgraden: Kälte kann fürs Herz gefährlich werden

Risiko für Herzinfarkt und plötzlichen Herztod steigt – besonders bei zusätzlicher Anstrengung wie Schneeschippen. Herzstiftung gibt Tipps für Herzpatienten

Portrait Prof. Dr. Axel Schmermund
Prof. Dr. med. Axel Schmermund, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung und Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB), Frankfurt am Main.

Große Kälte im Minusbereich hat Auswirkungen auf den ganzen Organismus: Die Blutgefäße der Haut und anderer Körperregionen ziehen sich zusammen. Der Blutdruck steigt an, denn das Herz muss das Blut gegen einen größeren Widerstand durch die Adern pumpen. „Der höhere Widerstand in den Blutgefäßen kann eine hohe Belastung für den Herzmuskel darstellen und auch andere Organe belasten“, betont der Kardiologe Prof. Dr. Axel Schmermund, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt am Main. Eine gefährliche Überlastung des Herzmuskels droht – im Extremfall kann es zum Herzinfarkt mit schwerwiegenden Folgen oder sogar dem Tod kommen. „Patienten mit Bluthochdruck, Herzschwäche, Koronarer Herzkrankheit oder Vorhofflimmern sowie bei tiefer Beinvenenthrombose sollten daher bei Kälte besonders wachsam sein und große Belastungen, insbesondere im Freien, vermeiden“, betont der Kardiologe. Auch gibt es statistische Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Kälte und dem häufigeren Auftreten von Schlaganfällen und Lungenembolien. Kardiologe Prof. Schmermund rät Patienten dazu, große Anstrengungen wie das Schneeschippen besser gesunden Menschen oder professionellen Räumdiensten zu überlassen.
Was Herzpatienten im Winter beachten sollten und bei welchen Herzinfarkt-Warnsignalen sie unbedingt den Notruf 112 wählen sollten, erläutert die Herzstiftung unter https://www.herzstiftung.de/herzprobleme-bei-kaelte beziehungsweise unter https://www.herzstiftung.de/herzinfarkt-anzeichen

Bewegung: Im Freien moderat, drinnen mit Anstrengung
Zwar ist regelmäßige Bewegung auch im Winter empfehlenswert. Statt zu hoher Belastung rät die Deutsche Herzstiftung Herzpatienten allerdings zu weniger anstrengender Bewegung wie Spaziergängen oder Walkingrunden. Bei Minusgraden legen sich Herzpatienten zum Schutz am besten einen Schal über Mund und Nase, so gelangt die Luft bereits vorgewärmt in die Atemwege. Wer auf seine sportlichen Aktivitäten nicht verzichten möchte, kann diese mit dem Laufband oder dem Fahrradergometer zu Hause fortsetzen. Experten-Tipps bietet die Herzstiftung unter https://www.herzstiftung.de/sport-zu-hause

Schneeschippen: Warum so gefährlich bei vorbelastetem Herz?
Die Belastung beim Schneeräumen mit Schaufel und Besen ist anstrengender, als viele denken: Schon bei kurzem Schneeschippen steigen Puls und Blutdruck stark an. Bereits nach zwei Minuten steigt die Herzfrequenz auf durchschnittlich 154 Schläge pro Minute an, nach zehn Minuten Schneeschippen noch weiter. Bei vielen Patienten ist damit die maximale Herzfrequenz erreicht. Ein vorbelastetes Herz gerät bei einer solch starken Belastung schnell in Gefahr. Einer weltweiten Beobachtungsstudie in 27 Ländern zufolge ist das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, an extremen Kältetagen um 33 Prozent erhöht (1). „Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße und der Blutdruck steigt. Kommt dann noch eine ungewohnt starke Anstrengung dazu, kann das für Herzpatienten gefährlich werden“, warnt Herzspezialist Prof. Schmermund.

Was Herzpatienten im Winter beachten sollten
Grundsätzlich sollten Menschen mit Herzerkrankungen im Winter regelmäßig ihren Blutdruck messen und besonders sorgfältig ihre Medikamente nehmen. Ist der Blutdruck zu hoch, muss die Dosis der Arzneien gegebenenfalls in Absprache mit dem Arzt angepasst werden. Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme: Da der Blutdruck bei den meisten Patienten nach dem Aufstehen ansteigt, sollten sie ihre Tabletten in der Regel morgens nehmen – und zwar bevor sie hinaus in die Kälte gehen. Bei Bluthochdruck kann ausreichendes Heizen der Wohnung hilfreich sein. Studien deuten darauf hin, dass in manchen Fällen eine zu kalte Wohnung für winterliche Blutdruckanstiege mitverantwortlich sein könnte. In einer japanischen Untersuchung an Gesunden zeigten sich z. B. messbar niedrigere Blutdrücke bei einer Raumluft von 24 Grad Celsius gegenüber 14 Grad Celsius.

Diese Warnzeichen für Herzprobleme ernst nehmen!

Sowohl Herzpatienten als auch bisher Gesunde sollten zudem Anzeichen von Herzproblemen ernst nehmen und nicht auf die Kälte schieben. Brustschmerzen, Atemnot sowie ein Druck oder Brennen im Brustkorb sind Warnzeichen, die Betroffene nicht ignorieren dürfen. Auch ein Angstgefühl, kalter Schweiß und Übelkeit sind Symptome, die auf einen Herzinfarkt hinweisen können. Verschwinden die Beschwerden nicht nach kurzer Zeit, sollten Betroffene oder Angehörige nicht zögern und die Notrufnummer 112 wählen. Für Herzpatienten sind die folgenden Wintertipps der Herzstiftung wichtig:

 https://www.herzstiftung.de/herzprobleme-bei-kaelte